Kräuter, Blüten und Harze

Die Natur ist gerade besonders üppig. Die Rosen stehen in voller Blüte, die Blätter weich und samtig, die Farben von cremeweiß bis sattes Rot, gefüllt oder ungefüllt mit goldenen Staubgefäßen. Die ungefüllten Wildrosen eignen sich besonders gut um daraus Rosenwasser zu machen. Bisher habe ich die Rosenblätter immer auf feinen Gittern (z.B. alten Fliegengittern) oder Tüchern im Schatten getrocken um sie in Räuchermischungen zu verwenden. Im Moment probiere ich gerne auch mal etwas Neues aus und habe mich an Rosenwasser versucht. Ihr könnt es an der Bilderserie ersehen. Zuerst Wildrosen sammeln, am besten zur Mittagszeit, da sind die Ätherischen Öle stärksten. Es sollte für gut zwei Hand voll Blätter reichen. Zuhause kurz auf ein Tuch legen damit kleine Tierchen rauskrabbeln können. Blätter vorsichtig abzupfen und in eine Schüssel geben. Ich verwende gerne Glasschüsseln. Dann den Saft von einer Zitrone oder Limette über die Rosenblätter und alles vermischen. Als nächstes ca. 80 gr Zucker darüber geben und alles wieder vermischen. Kurz ziehen lassen. Dann 500 ml Wasser darüber gießen und wieder etwas ziehen lassen. Die Mischung in einen Topf geben und kurz aufkochen lassen. Ich habe dabei umgerührt damit es nicht so wild kocht. Der Zucker soll sich auflösen durch die Wärme. Abkühlen lassen und in eine saubere Schraubflasche abfüllen. Anschließend in den Kühlschrank stellen und einige Tage ziehen lassen. Bei mir ist das gerade der Fall und ich werde berichten wie es sich mit dem Duft und den Aromen verhält. Das Rosenwasser kann dann zum Rosensirup verarbeitet und mit Mineralwasser oder Prosecco genossen werden.

Holunderblüten

Wundervoll ist auch der Holunder. Besonders hübsch sind die kleinen weißen Blüten. Sie bestehen aus 5 Blütenblättern mit 5 gelben Staubgefäßen. Schaut sie euch mal genauer an, es lohnt sich! In diesem Busch wohnt Frau Holle, die Erdgöttin Holla die für Leben und Tod zuständig ist. Sie sorgt für die Fruchtbarkeit und vor dem Hollerbusch sollte man sich verneigen. Die Blüten sind dann am wertvollsten wenn gelber Blütenstaub sichtbar ist und der feine Duft der Blüten in der Luft liegt. Fragt den Busch (bzw. Frau Holle) um Erlaubnis wenn ihr Blüten ernten möchtet und erntet dann vorsichtig und von Hand. Gerne summe ich bei der Ernte ein Mantra vor mich hin als Dank für die Gaben.
Die Blüten vorsichtig in einen Korb geben und zuhause im Schatten einzeln auf ein Tuch oder feines Gitter legen. Möglichst viel von den Blütenstaub mit auffangen! Wenn ihr die Blüten zum Räuchern verwenden wollt dann im Schatten auf ein Tuch oder feines Gitter ausbreiten und antrocknen lassen. Ich hole die Tücher mit den Blüten dann, je nach Witterung, ins Wohnzimmer und lasse sie auf dem Fensterbrett vollständig trocknen. Dann in Dosen oder Gläser umfüllen.